Von der Straße zurück in Würde
Die Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit gehört zu den größten sozialpolitischen Herausforderungen in Berlin. In den letzten Jahren konnten wir die soziale Infrastruktur in der Stadt aufrechterhalten und schrittweise erweitern, sodass wir eine grundlegende medizinische, pflegerische und psychosoziale Versorgung obdachloser Menschen sicherstellen können. Darüber hinaus können wir mit einem breiten, niedrigschwelligen Angebot insbesondere auch die Versorgung von suchtmittelabhängigen Menschen gewährleisten sowie von wohnungslosen Frauen oder Menschen aus anderen Ländern. Unterstützungsleistungen können in verschiedenen Sprachen, barrierefrei und bedarfsorientiert zur Verfügung gestellt werden.
Extreme Hitze und Kälte machen obdachlosen Menschen besonders zu schaffen. Unser Ziel ist es, wohnungs- und obdachlose Menschen vor wetterbedingten gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Aus diesem Grund haben wir die Kapazitäten der Hitze- und Kältehilfe kontinuierlich ausgebaut, so dass von November bis März mind. 1000 und im April mind. 500 Notfallschlafplätze zur Verfügung stehen. Durch zusätzliche finanzielle Mittel und die Stärkung des Hauptamtes beim Berliner Kältebus konnten wir die Kältehilfe weiter professionalisieren und die Einsatzfähigkeit verbessern.
Die Versorgung mit angemessenem Wohnraum ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur nachhaltigen Bekämpfung der Wohnungslosigkeit. Als besonders erfolgreich hat sich unser Konzept „Housing First“ erwiesen, welches eine Wohnstabilität von über 90 Prozent erreicht. Darüber hinaus vereinheitlichen wir das bisherige System der Wohnungslosenunterbringung über die gesamtstädtische Steuerung, um eine bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Unterbringung von betroffenen Personen zu gewährleisten.
Im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt 2026/27 sind die finanziellen Mittel für wohnungs- und obdachlose Menschen weiter aufgestockt sowie die Berliner Kältehilfe strukturell gestärkt worden, wie dem Änderungsantrag zu entnehmen ist.
Sämtliche Housing-First-Projekte werden im Rahmen des Doppelhaushalts 2026/27 gefördert.
Das Gesetz zur Umsetzung der gesamtstädtischen Steuerung der Unterbringung wurde in 1. und 2. Lesung sowie in den zuständigen Fachausschüssen beraten und am 26.03.2026 beschlossen. Der gesamte Beratungsverlauf ist hier zu finden.
