Kündigung des Mietvertrags der Werkstätten des Maxim-Gorki-Theaters

Melanie Kühnemann-Grunow

Wahlbezirk: 
Tempelhof-Schöneberg
Sprecherin für Europaangelegenheiten, Medien, Kultur und Städtepartnerschaften
Melanie Kühnemann-Grunow, MdA

Sven Meyer

Wahlbezirk: 
Reinickendorf
Sprecher für Arbeit und Ausbildung
Sven Meyer, MdA

01.06.2026 | Kannibalisierung öffentlicher Theater in Berlin verhindern. Der Senat trägt die Verantwortung für die Notlage des Maxim-Gorki-Theaters

Mit Schrecken erfahren wir, dass die Stiftung Oper über den ihr angegliederten Bühnenservice den Mietvertrag der Theaterwerkstätten des Maxim-Gorki-Theaters gekündigt hat. Damit entzieht die Opernstiftung dem Maxim-Gorki-Theater die Arbeitsgrundlage. Die Produktionen für die neue Spielzeit werden jetzt schon erarbeitet. Neue Werkstattflächen zu finden, ist aussichtslos. Der Senat hat seiner Schutz- und Steuerungspflicht nachzukommen und darf nicht zulassen, dass ein Haus ein anderes Haus ruiniert.
 
Wir bekräftigen die Entscheidung von Klaus Wowereit von 2010, dass eine kostengünstige Werkstattnutzung des Maxim-Gorki-Theaters den Kriterien der Wirtschaftlichkeit und Effizienz entspricht. Wir fordern den Kultursenator auf, ein kulturpolitisches Desaster zu verhindern! Und wir bitten den Finanzsenator, den drohenden finanziellen Schaden vom Land zu wenden. Nicht zuletzt stehen wir an der Seite der Beschäftigten und der Mitarbeiter. 240 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, deren Erhalt es den Beschäftigten ermöglicht ohne diese existenzielle Not weiter für Berlin als Kulturhauptstadt und als Stadt der Vielfalt zu arbeiten.

Melanie Kühnemann-Grunow, Sprecherin für Kultur: Eine Woche nach der Vorstellung des Programms der neuen Spielzeit im Maxim-Gorki-Theater mit Persönlichkeiten wie Ulrike Ottinger, Sandra Hüller und Constanza Macras – ist die Nachricht von der Schließung der Werkstätten eine dramatische Hiobs-Botschaft. Ich appelliere an Stefan Evers als Kultur- und als Finanzsenator, sich für das Überleben des Maxim-Gorki-Theater einzusetzen. Wir brauchen das Haus, seine künstlerische Energie und seine demokratische Kraft!
 
Sven Meyer, Sprecher für Arbeit: Das Maxim-Gorki-Theater trägt seit fast 75 Jahren dazu bei, dass Berlin ein künstlerisch relevanter Ort ist. Ich sehe aber auch, dass Theater und Werkstätten wichtige Orte für Handwerk, Technik und Innovation sind. Es ist nicht akzeptabel, dass 240 Menschen und ihre Familien um ihre Zukunft bangen müssen, obwohl die Haushaltsmittel für das Maxim-Gorki-Theater da sind. Wir werden nicht zulassen, dass sich Kultureinrichtungen untereinander auf dem Rücken von Beschäftigten kannibalisieren!