Melanie Kühnemann-Grunow
Sven Meyer
26.06.2026 | Unsere aktuelle Schriftliche Anfrage zur Budgetkontrolle im Maxim Gorki Theater deckt auf, dass der Senat seiner Aufsichtspflicht beim Maxim Gorki Theater in keiner Weise nachkommt. Während die Kündigung der Werkstattflächen das Haus und seine Beschäftigten vor unlösbare Probleme stellt, werden nun gravierende Mängel bei der behördlichen Finanzkontrolle offensichtlich: Der Senat hat tatenlos zugesehen, wie nicht nur alle Rücklagen aufgebraucht, sondern sogar betriebsnotwendige Rückstellungen aufgelöst wurden. Es ist völlig unverständlich, warum die Kulturverwaltung von diesen existenzgefährdenden Ausgaben erst vor Kurzem erfahren haben will. Es ist nicht akzeptabel, dass der Senat das Theater in dieser dramatischen Lage bei den Werkstatt-Verhandlungen allein lässt und selbst nicht tätig wird.
Die SPD-Fraktion fordert darum den Senat auf, seiner Kontrollpflicht gerecht zu werden, das Budget des Hauses nachhaltig zu sanieren und auf den Bühnenservice zu wirken, damit die Kündigung der Werkstätten zurückgenommen wird.
Nach der kritischen Begleitung im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses hat auch der Arbeitsausschuss nachgefragt. Wir drängen darauf, dass die Kündigung der Werkstattflächen schnell zurückgenommen und die finanziellen Defizite ausgeglichen werden. Dabei kommt eine Fusion irgendeiner Theaterwerkstatt mit dem Bühnenservice oder irgendeine andere Form der Ausgründung für die SPD-Fraktion nicht infrage. Stattdessen sollte sich der Senat ernsthaft mit dem Vorschlag der Personalvertretungen von Gorki-Theater und Volksbühne auseinandersetzen.
Melanie Kühnemann-Grunow, Sprecherin für Kultur:
„Für die Einzigartigkeit der Berliner Kulturlandschaft braucht Berlin jedes seiner Theater. Ich appelliere an den Senat, hier umgehend tätig zu werden und das Maxim Gorki Theater mit dem Beginn der neuen Spielzeit finanziell zu stabilisieren. Das Gorki Theater steht nicht nur beispielhaft für die künstlerische Vielfalt der deutschen Theaterlandschaft. Das Haus steht auch für die Leidenschaft, mit der die Berliner Kulturschaffenden für die Kunst kämpfen.“
Sven Meyer, Sprecher für Arbeit:
„Auf der Bühne und hinter der Bühne des Gorki-Theaters stehen Beschäftigte, deren Existenz durch das eklatante Versagen bei der Haushaltskontrolle bedroht ist. Es ist nicht hinnehmbar, dass Arbeitsplätze dem Taktieren vor dem Wahlkampf zum Opfer fallen, wo der Senat alle Rechte und Pflichten hat, für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Dabei gilt: Anstellungen sollen da sein, wo die Arbeitsplätze sind. Mit der SPD sind Ausgründungen und die Gründung von Tochtergesellschaften nicht zu machen.“
