Azubi-Ticket ist wichtiger Fortschritt – jetzt auch faire Regelung für dual Auszubildende sicherstellen

Sven Meyer

Wahlbezirk: 
Reinickendorf
Sprecher für Arbeit und Ausbildung
Sven Meyer, MdA

29.03.2026 | Bereits im August 2019 wurde das Azubi-Ticket für alle Auszubildenden zum Preis von 365 Euro im Jahr eingeführt – maßgeblich auf Initiative der SPD. Nachdem dieses Angebot im Dezember 2024 durch CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde und ihren Staatssekretär eingestellt wurde und über zwei Jahre keine tragfähige Anschlusslösung vorlag, wurde nun die angepasste Wiedereinführung angekündigt.

Die SPD begrüßt diesen Schritt grundsätzlich als wichtigen Fortschritt für junge Menschen in Berlin und Brandenburg. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück: Nach wie vor ist nicht sichergestellt, dass alle Auszubildenden verlässlich von einem vergünstigten Ticket profitieren.

Positiv hervorzuheben ist die Regelung für schulische Ausbildungsgänge, bei denen das Ticket durch öffentliche Mittel um rund 25 Euro vergünstigt wird. Dies ist ein Beitrag zu mehr Chancengleichheit.

Kritisch sieht die SPD, dass für Auszubildende im dualen System weiterhin keine verlässliche und gerechte Lösung vorliegt. Während schulische Auszubildende durch öffentliche Mittel unterstützt werden, hängt die Entlastung für dual Auszubildende bislang vom freiwilligen Engagement der Ausbildungsbetriebe ab. Dieses Versäumnis der CDU muss korrigiert werden.

Rund 35.000 junge Menschen in der dualen Ausbildung in Berlin und Brandenburg haben aktuell keine verlässliche Perspektive auf ein vergünstigtes Ticket. Damit bleibt ein erheblicher Teil der Auszubildenden von den Entlastungen ausgeschlossen.
Gerade das duale System ist eine tragende Säule der Fachkräftesicherung. Viele Auszubildende sind auf bezahlbare Mobilität angewiesen, da sie täglich zwischen Wohnort, Betrieb und Berufsschule pendeln. Eine Ungleichbehandlung zwischen schulischer und dualer Ausbildung widerspricht dem Anspruch auf Gleichwertigkeit der Bildungswege.
Die SPD fordert daher, die Förderung des Azubi-Tickets konsequent weiterzuentwickeln und eine verlässliche, öffentlich abgesicherte Lösung für alle Auszubildenden zu schaffen.

Sven Meyer, Sprecher für Arbeit: „Es ist richtig und wichtig, dass wir Auszubildende entlasten. Aber es darf nicht vom guten Willen einzelner Betriebe abhängen, ob junge Menschen sich Mobilität leisten können. Hier brauchen wir eine verbindlichere und gerechtere Lösung – viele Auszubildende im dualen System werden so nicht erreicht.“

Tino Schopf, Sprecher für Verkehr: „Erst haben Senatorin Bonde und ihr damaliger Staatssekretär das von uns initiierte VBB-Azubi-Ticket eigenmächtig und ohne Koalitionsabstimmung gestrichen, jetzt legen sie einen lückenhaften Flickenteppich vor. Das ist inakzeptabel – ich erwarte, dass die Senatorin unverzüglich nachbessert, damit alle Azubis ein Angebot erhalten.“