Die Ausbildungsplatzumlage ist beschlossen: Wir sichern die Fachkräfte von morgen!

Sven Meyer

Wahlbezirk: 
Reinickendorf
Sprecher für Arbeit und Ausbildung
Sven Meyer, MdA

26.03.2026 | Das Berliner Abgeordnetenhaus hat in seiner heutigen Sitzung die Ausbildungsplatzumlage für Berliner Unternehmen beschlossen.

Berlin bildet seit Jahren im bundesweiten Vergleich zu wenig aus – die Ausbildungsquote in Berlin beträgt 3,1 % im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt von 4,6 %. Das hat spürbare Folgen für die Fachkräftesicherung und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Während viele Berliner Unternehmen von gut qualifizierten Fachkräften profitieren, engagiert sich nur ein vergleichsweise kleiner Teil aktiv in der dualen Ausbildung.

Ein zentrales Problem liegt in der bisherigen Finanzierung: Die Kosten der Ausbildung werden bislang allein von den ausbildenden Betrieben getragen. Eine gute Ausbildung ist jedoch mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden.

Die geplante Ausbildungsplatzumlage setzt genau an diesem Punkt: Künftig sollen alle Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden, die nicht oder zu wenig ausbilden (d.h. unter der bundesdurchschnittlichen Ausbildungsquote von 4,6 % liegen), in einen Umlagefonds einzahlen. Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz (d.h. über einer festgelegten Mindestquote von zurzeit 3,1 %) wird vollständig aus diesem Fonds finanziert. Für uns als Sozialdemokrat:innen war ein zentraler Grundsatz sehr wichtig: Nur Ausbildungsplätze mit Tarif- oder Branchenlohn werden gefördert.

Gerade kleine und mittelständische Betriebe, die bereits ausbilden, würden von einer Ausbildungsplatzumlage profitieren. Unternehmen, die bislang nicht ausbilden, würden hingegen stärker in die Verantwortung genommen. Damit entsteht ein fairer Ausgleich zwischen engagierten Ausbildungsbetrieben und nicht ausbildenden Unternehmen, wobei die in den Fonds eingezahlten Abgaben im Kreislauf der Wirtschaft verbleiben. Erfahrungen aus anderen Branchen (z.B. im Bauhauptgewerbe oder in der Pflege) zeigen zudem, dass Umlagemodelle dort zu einer messbaren Steigerung der Ausbildungsverträge geführt haben. 

Die Ausbildungsplatzumlage ist damit ein wichtiger Schritt hin zu mehr Ausbildung, mehr Fachkräften und einer zukunftsfähigen Berliner Wirtschaft. 
 
Sven Meyer, Sprecher für Arbeit:
„Mit der Umlage setzen wir ein klares Signal: Fachkräftesicherung ist eine gemeinsame Verantwortung der Wirtschaft. Wer heute nicht ausbildet, kann sich morgen nicht über fehlende Fachkräfte beklagen. Wir sorgen für mehr Gerechtigkeit zwischen engagierten Ausbildungsbetrieben und denen, die sich bislang entziehen. Damit geben wir ganz vielen Jugendlichen in Berlin eine gute Zukunftsperspektive und stärken gezielt den Wirtschaftsstandort Berlin.“