BER

Der Untersuchungsausschuss BER hat heute den ehemaligen Geschäftsführer Technik der Flughafengesellschaft, Herrn Dr. Manfred Körtgen, der bis Mai 2012 Planung und Bau des Flughafens BER verantwortete, als Zeugen gehört. Zwar konnte Herr Dr. Körtgen die interne Struktur des von ihm seinerzeit verantworteten Bereichs genau darstellen, er ließ jedoch letztlich die Gesamtübersicht über das Projekt selbst vermissen. Diese verortete er in erster Linie bei der Projektsteuerung.
 

Die Aussage des ehemaligen Geschäftsführers Technik am BER, Thomas Weyer, in der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses machte deutlich, dass ein gravierendes Kontrollversagen der Geschäftsführung ab 2008 einer der Hauptgründe für die Probleme am BER ist.

Weyer war von 2004 bis 2008 Geschäftsführer Technik; in diese Zeit fiel unter anderem die Ausschreibung der Bauleistungen an einen Generalunternehmer und deren Aufhebung sowie die Vergabe der Planungsleistungen für den Flughafen an die Planungsgemeinschaft BBI.

Der BER-Untersuchungsausschuss hat heute mit Dr. Hermann Kraft den öffentlich bestellten Sachverständigen befragt, der sich in mehreren Gutachten mit mangelhaften Leistungen der Flughafenplaner auseinanderzusetzen hatte. Im Ergebnis hat sich der Eindruck verfestigt, dass erhebliche Versäumnisse seitens der Planer den Ausschlag für die Terminverschiebungen und die heutigen Probleme am BER gegeben haben.

In seinen vier letzten Sitzungen hat sich der Untersuchungsausschuss BER intensiv mit der Planungsleistung der pg bbi (Planungsgesellschaft BBI) auseinandergesetzt, zu der auch das eigentlich renomierte Büro gmp (Architekten von Gerkan, Marg und Partner) gehört, das innerhalb der Gemeinschaft federführend im Bereich der Planung und Bauüberwachung war.

Hierzu erklären die Sprecher der Fraktion der SPD, Ole Kreins, und der CDU, Stefan Evers:

Der Unter­suchungs­aus­schuss BER hatte zur heu­tigen Sitzung zwei Bundes­ver­treter im Auf­sichts­rat der Flug­hafen­ge­sell­schaft FBB als Zeugen ein­ge­laden: den ehe­ma­ligen Staats­sekretär im Bundes­bau­mi­nis­terium Prof. Dr. Engel­bert Lütke Daldrup und den heutigen Staats­sekretär im Bundes­bau­ministerium Rainer Bomba. Die Be­fragung des Staats­sekretärs Bomba wurde wegen der Dauer der ersten Zeugen­ver­nehmung ver­tagt. Der Sprecher der SPD-Fraktion im Aus­schuss, Ole Kreins, und der Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Evers, er­klären da­zu:

Der Unter­suchungs­aus­schuss BER hat heute das Mit­glied im Auf­sichts­rat der Flug­hafen Ber­lin Branden­burg GmbH, den Unter­nehmer Michael Zehden als Zeu­gen ver­nom­men. Der Sprecher der SPD-Fraktion im Aus­schuss, Ole Kreins, und der Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Evers, er­klären da­zu:

Zum zweiten Mal inner­halb von vier­zehn Ta­gen hat der Unter­suchungs­aus­schuss BER heute den Re­gierenden Bür­ger­meister von Ber­lin be­fragt. 1.200 Akten lie­gen dem Aus­schuss in­zwischen vor, für deren Ver­viel­fälti­gung das Ab­ge­ord­neten­haus bis­her 160.000 Euro ver­aus­lagt hat. In nicht­öffent­licher Sitzung wur­den dem Zeu­gen ver­trau­liche Akten vor­ge­legt. Einen An­halts­punkt für Ver­fehlungen und Pflicht­ver­letzungen Klaus Wowereits als Vor­sitzender des Auf­sichts­rates ent­halten diese nicht.